KASSANDRA RELOADED

Regie und Musik: Miriam Haltmeier

Dramturgie: Cornelius Edlefsen

 

„Kassandra Reloaded“ ist ein Sprachkonzert, basierend auf dem Text "Kassandra" von Christa Wolf. Die szenisch-musikalische Lesung läd ein, sich in die Geschichte hineinfallen zu lassen, von der Musik tragen zu lassen und am Ende auf ein Getränk zusammen sitzen zu bleiben, das Erlebte nachklingen zu lassen oder ins Gespräch zu kommen.

Schauspielerin Miriam Haltmeier erarbeitet den Text rhythmisch und musikalisch: Mit Hilfe einer Loop-Station verwandelt sie die Vorlage in ein vielstimmiges Sprachkonzert - mal laut und drängend, mal fein und zurückhaltend – und dringt so tief in das Wesen der Figur ein, um die Fragen, die die Erzählung aufwirft, aus heutiger Sicht zu betrachten.

Kassandra. Tochter des Priamos, König von Troja, wird von dem Gott Apollon mit der Sehergabe beschenkt. Da sie sich aber seinen Annäherungsversuchen widersetzt, verflucht er sie: all ihre Vorhersagen entsprechen der Wahrheit, doch niemand wird ihr glauben. In Troja erlebt sie den zehnjährigen Kampf um die Stadt, sieht den Untergang voraus, doch wird nicht erhöhrt. Ihre Geschwister sterben in den Kämpfen um die Stadt, sie selbst wird als Kriegsbeute nach Mykene gebracht.

Christa Wolf lässt Kassandra in ihrer 1983 erschienenen Erzählung an dem System der Gewalt und Unterdrückung in Troja immer mehr verzweifeln. Gleichzeitig hinterfragt sie die patriarchale Ordnung und die Mythenbildung um die männlichen Helden.

„Wann Krieg beginnt, das kann man wissen, aber wann beginnt der Vorkrieg? Falls es da Regeln gäbe, müsste man sie weitersagen. Da stünde, unter anderen Sätzen: Lasst euch nicht von den Eigenen täuschen.“ Christa Wolf in „Kassandra“